... Miederhosen?

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Natürlich stellt man sich irgendwann einmal die Frage, warum einen ausgerechnet Miederhosen aufregen.  Wenn schon Kleidungsstücke den weiblichen Körper begehrenswerter erscheinen lassen als seine natürliche Nacktheit, warum können es dann nicht Tangas,  Strapse und Nylons oder Highheels sein, wie bei anderen vernünftigen Männern auch? Warum  übt  diese aus der Mode gekommene, spießige  Unterwäsche auch nach Jahrzehnten  noch eine solche Faszination aus?  

Virginian, der Autor von ZONA, bemüht in seinem amüsanten Beitrag "The girl in the pale blue girdle" den Verhaltensforscher Konrad Lorenz und seinen Begriff von der Prägung. Nach meiner Auffassung  bekommt die Sache dadurch zwar einen Anfang, aber beantwortet wird die Frage nach dem Warum letztlich auch nicht. 

Auch ich kann selbstverständlich so eine Geschichte von frühen Erinnerungen und ersten Erlebnissen erzählen: Wenn ich als Kind krank war durfte ich tagsüber im Bett meines Vaters liegen, hinter dem ein Bücherregal mit Reader's Digest- Heften stand. Ich hatte viel Zeit, mir die Hefte genau anzusehen und noch bevor ich richtig lesen konnte, hatten sich mir die Bilder der Gossard- und Triumph-Reklamen als mächtige erotische Vorstellungen eingebrannt.

Andererseits waren mir zur selben Zeit auch noch zahllose andere Bilder mit  "erotischem Inhalt" zugänglich, die meine kindliche Phantasie aber nicht  - oder nicht in dem Maße - angeregt haben.

Was also macht die Vorstellung ( denn nur darum handelt es sich - meine Mutter hatte keine Mieder ) von stramm sitzenden, elastischen Wäschestücken an Frauenkörpern für einen kleinen Jungen, lange vor der Pubertät, so erregend?

Drückt etwa die Enge des Kleidungsstückes sinnbildlich etwas von der restriktiven, verklemmten Sexualmoral der 50er Jahre und ihrer Umsetzung in den Familien aus?

Ich glaube das eigentlich nicht. Bei uns zu Hause wurde  vergleichsweise offen über Sexualität  gesprochen. Darüber hinaus bin ich mir gar nicht so sicher, dass unser Verhältnis zur Sexualität heute wirklich so viel lockerer ist als damals.

Wahrscheinlich gibt es wohl auch keinen verbindlichen Maßstab, um das zu beurteilen. Ich stelle mir vor, dass jede Generation ihre eigenen erotischen Verheißungen und  Hemmungen hat.

Über solche Fragen habe ich mir gelegentlich Gedanken gemacht und auch das Eine oder Andere gelesen. Eine plausible Erklärung habe ich nicht gefunden.

Die ist aber für den Spaß an der Sache auch gar nicht nötig.

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