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Mieder-Revue

Wiedersehen mit einem fast vergessenen Fetisch

 

Elastische Hüftgürtel, Miederhosen, Longline-BH's und Corselets  -  heute verbinden wir mit solchen Dingen wohl eher die Vorstellung von älteren, etwas aus dem Leim gegangenen Frauen und mögen den Versuch rührend oder komisch finden, mit so unbequemen Hilfsmitteln dem Schönheitsideal einer schlanken und sportlichen Figur nachzukommen.

Es gab aber einmal eine Zeit, da waren Miederhosen & Co. keine spießigen Liebestöter sondern Gegenstände der erotischen Verheißung für Millionen von Menschen beiderlei Geschlechts. Und: ein Milliarden-Geschäft. Davon geben unzählige Anzeigen in den Illustrierten der 60er und 70er Jahre  des vergangenen Jahrhunderts ein anschauliches Zeugnis.

Natürlich kann man auch heute noch in jedem Kaufhaus oder größeren Supermarkt Miederwaren finden. Aber sie haben etwa den erotischen Stellenwert von Vogelfutter, Zahnstochern oder Reis. Sie werden nicht beworben. Aus den Augen - aus dem Sinn.

Für mich ( Jahrgang 1951, männlich, verheiratet, 2 Kinder ) hat die sexuelle Faszination dieser seltsamen Kleidungsstücke nie nachgelassen und ich habe seit Kindesbeinen Bilder davon aus Zeitschriften ausgerissen und gesammelt. Im Folgenden möchte ich denen, die ähnlich meschugge sind, eine Auswahl aus meiner heutigen Sammlung präsentieren - in der Hoffnung, dass sie daran genau soviel Spaß haben wie ich.

Darüber hinaus mag der wohlwollende Betrachter dieser Seiten darin auch einen Beitrag sehen, Teile vergangener Alltagskultur vor dem Vergessen zu bewahren.

Menno Mumpitz